Dynamischer & intensiver
Einzelne Ballwechsel sollen stärker an Bedeutung gewinnen.
Der Badminton-Weltverband hat beim Annual General Meeting mit 82 Prozent Zustimmung eine neue Zählweise für internationale Turniere beschlossen: zwei Gewinnsätze bis 15 Punkte statt bisher bis 21.
Ab Januar 2027 wird bei internationalen Turnieren nicht mehr im bisherigen „Best of Three bis 21 Punkte“ gespielt, sondern im neuen Modus: zwei Gewinnsätze bis 15 Punkte.
Beim Stand von 14:14 geht es in die Verlängerung, in der ein Vorsprung von zwei Punkten nötig ist – maximal wird jedoch bis 21 gespielt. Die neue Regelung gilt zunächst ausschließlich für internationale Wettbewerbe. Die einzelnen Mitgliedsverbände können eigenständig entscheiden, ob sie das System auch in ihrem nationalen Spielbetrieb übernehmen.
Das DBV-Präsidium hat in seiner Sitzung am 22. Juni 2026 beschlossen: 3 × 15 wird ab dem 4. Januar 2027 zur verbindlichen Standardzählweise für alle DBV-Individualturniere (U19 und O19).
Ausrichter können die neue Zählweise bereits ab dem 1. August 2026 nutzen, wenn sie das in der Turnierausschreibung ausdrücklich angeben. Für den Mannschaftsspielbetrieb besteht dagegen kein unmittelbarer Handlungsbedarf: Das Präsidium empfiehlt den Landesverbänden, die Saison 2026/27 noch vollständig mit der bisherigen Zählweise 3 × 21 zu spielen und erst zur Saison 2027/28 auf 3 × 15 umzustellen. Die Bundesliga ist von der Änderung nicht betroffen und spielt weiterhin mit ihrer eigenen Zählweise 5 × 11. Die formellen Anpassungen der Spielordnung werden zum Verbandstag 2027 zum Beschluss vorgelegt.
Zur Einordnung: Der 62. Ordentliche Verbandstag selbst (13. Juni 2026, Essen) drehte sich schwerpunktmäßig um die Neuwahl des DBV-Präsidiums; die Zählweisen-Entscheidung fiel wenige Tage später im Präsidium.
Einzelne Ballwechsel sollen stärker an Bedeutung gewinnen.
Begegnungen werden besser planbar – für mehr Attraktivität in Halle, TV und Livestream.
Geringere physische Beanspruchung der Topspielerinnen und -spieler.
„Aus einer Leistungssport-Perspektive finde ich die Entscheidung richtig.“ – Jakob Høi, DBV-Sportdirektor
Høi hätte persönlich die aus der Bundesliga bekannte 5×11-Zählweise bevorzugt, die bei einer Abstimmung 2022 jedoch knapp gescheitert war – mit dem neuen System aus drei Sätzen bis 15 gehe es aber in die richtige Richtung. Der Weltverband wollte die Turniere kürzer machen, ohne ihre Anzahl zu reduzieren: Da im Badminton weiterhin alle fünf Disziplinen gemeinsam in einer Halle ausgetragen werden, seien kürzere Einzelspiele die verträglichere Lösung – anders als etwa eine Beschränkung von Top-Events auf reine Einzelwettbewerbe.
Ähnlich wie schon bei der letzten Änderung der Zählweise im Jahr 2006 steht ein großer Teil der Badminton-Community der Neuerung zunächst kritisch gegenüber. Høi nimmt diese Stimmen ernst: Viele Fans schätzen gerade die langen, engen Spiele mit ihrem Ausdauer-Element. Er zeigt sich aber überzeugt, dass die neue Zählweise für mehr Überraschungen sorgen und dem Sport auch international neue Chancen eröffnen kann. Ob das System auch auf nationaler Ebene eingeführt wird, entscheiden DBV und Landesverbände gemeinsam.
Quellen: badminton.de – Ankündigung der BWF-Reform · badminton.de – Beschluss des DBV-Präsidiums